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Herbert Falken, der Sohn eines Postbeamten
wurde am 25 Jul 1964 in Süchteln zum Priester geweiht. Er
zählte zu den sogenannte Spätberufenen. Der 1932 Geborene
versuchte nach der Realschule zuerst eine Reklamemalerlehre,
die er abbrach, um sich als Industriekaufmann ausbilden zu lassen.
Während dieser Zeit hatte er sein Hobby "Malen",
was er schon als Kind betrieben hatte, soweit ausgeübt,
daß er 1952 seine erste Ausstellung im Suermondt-Museum
hatte. Nach der Lehre "baute" er später das Abitur
im Abendgymnasium von Neuss nach, um sich dann durch das Studium
der Theologie in Bonn auf seine Berufung zum Priester vorzubereiten.
Er verbrachte vier Jahre als Kaplan in Krefeld-Uerdingen und
wechselte 1968 zur Gemeinde St. Gregorius in Aachen, bevor er
1977 zum Nachfolger des verstorbenen Pfarrers Paul Born nach
Schevenhütte berufen wurde. 1989 feierte er sein 25 jähriges
Priesterjubiläum in Schevenhütte.
: Herbert Falken erhielt 1990 den Preis der Stiftung Bibel und
Kultur (Stuttgart). Falken habe -so die Begründung des Stiftungskuratoriums-
in hervorragender Weise biblische Themen in der Sprache der bildenden
Kunst der Gegenwart aufgegriffen. Bereits 1977 war der Künstler
auf der Kasseler "documenta" vertreten. Im Jahre 1981
erhielt er in München den Gebhard-Fugel-Preis.
:1975 bezog der Schevenhütter Pfarrer das alte Pfarrhaus
in Langenbroich, um in der Abgeschiedenheit des Voreifeldorfes
zu malen. Sein Nachbar und Freund war u.a. der Schriftsteller
Heinrich Böll. Mit seinen Arbeiten -vielfach biblischen
Themen- fand der Theologe und Künstler Falken große
Anerkennung .
: Erschütterung über menschliches Leiden ist die Triebfeder
seines künstlerischen Schaffens. Herbert Falken bearbeitet
seine Themen in Zyklen, die ihn über Jahre hin beschäftigen
- äußeres Zeichen seiner überaus intensiven Auseinandersetzung
mit Problemen, die ihm buchstäblich in der Seele schmerzen.
Im Mittelpunkt seines Werkes stehen Kreuz und Passion. Kranksein
und Sterben, Einsamkeit und Verlassensein - den negativen Seiten
der Existenz ringt er seine Bilder ab. Heftige, aufwühlende,
dunkle Darstellungen der Auflösung, des Verfalls und der
Vergeblichkeit. "Jakobskampf", "Kreuz und Engel","Lazarus
- Eine Trauerarbeit in 16 Bildern" sind dafür die besten
Beispiele. Den letzten Zyklus hat er seinem 1985 verstorbenen
Freund Heinrich Böll gewidmet.
: Jedoch beim Malen ist es in seinem Wohnsitz Langenbroich nicht
geblieben. In einer Bürgerinitiative kämpfte der Priester
engagiert, weil selbst betroffen, gegen den Lärm der über
seinem Wohnort extrem niedrig fliegenden Militärmaschinen.
Dies ging dem Künstler an die Substanz.
: Herbert Falken stellte 1985 den Leidensweg Christi mit eigenen
Bildern dar, die seitdem den Kreuzweg von Schevenhütte bilden.
: In den Jahren 1984 begann man damit in der Pfarrkirche St.
Josef die Kirchenfenster neu zu verglasen. Der Künstler
Professor Georg Meistermann übernahm ohne Honorar diesen
Auftrag, wobei die Pfarre die Ausführungskosten übernahm.
Meistermann schuf insgesamt 11 Fenster. Kurz vor seinem Tod bat
er Pfarrer Falken, sein Fensterprojekt zu übernehmen. Herbert
Falken übernahm die für ihn sehr ungewöhnliche
Designarbeit und führte das Projekt Meistermann zu Ende.
1992 waren dann alle Kirchenfenster neu verglast.
: Im Jahre 1984 drehte das Westdeutsche Fernsehen (WDF) ein halbstündiges
Porträt. An zwölf Aufnahmetagen war das Kamerateam
in Langebroich und in Schevenhütte. Der Filmbericht wurde
am 23 Feb 1985 im Dritten Fernsehprogramm in der Reihe "Gott
und die Welt" gezeigt.
: Seit dem Jahre 1985, dem 150. Mal der Heimbach Wallfahrt, begleitete
die Pilger eine neue, von Herbert Falken entworfene Fahne.
Am 12 Feb 1989 übergab Herbert
Falken sein Schevenhüttener Amt seinem Nachfolger Norbert
Bolz. Herbert Falken widmete ab sich von da an ganz der Kunst
und übernahm keine neue Gemeinde mehr. Er wurde durch den
Aachener Bischof Dr. Klaus Hemmerle vom Amt des Pastors entpflichtet.
Er ist nach wie vor in der Schevenhütter Pfarrer tätig.
Seit 1989 widmet er sich überwiegend dem Dialog zwischen
Kunst und Kirche. "Ich mache Kunst und keine Kirchenkunst",
stellt er klar.
: Am 14 Jan 1998 wurde ihm von Katholisch-Theologischen Fakultät
der Rhein. Friedrich-Wilhelm Universität Bonn die Ehrendoktorwüerde
verliehen. Falken - so die Begründung - verkörpere
"einen gelungenen geführten Dialog zwischen Kunst und
Kirche". Als "Zeugnis einer kritischen Zeitgenossenschaft
und eines vielseitig politisch-moralischen Engagements"
stehe seine Kundst im welchelseitigen Austausch mit der Gesellschaft".
Literatur: "Die Nacht des Weizenkorns" - Der Kreuzweg
von Schevenhütte, Herbert Falken & Josef Fink, 60 S.,
ISBN 3-7041-0154-0, dbv-kreativa Verlag Graz/Wien (AT)
: "Du hast mich in den Tod geworfen", Hans Albert Höntges/Herbert
Falken, Verlag Herder, 1997
Fernsehen: "Ein neues Christusbild? Der Maler Herbert Falken"
Film von Kock und Janos Mészáros, WDF
Ausbildung: angef. Reklamemalerlehre
: Industriekaufmann
: Studium der Theologie
: Studium der Philosophie
Mitgliedschaften: Europäische Akademie der Wissenschaften
und Künste, Waagplatz 3, 5020 Salzburg (AT)
Beruf: Kaufmann; Pfarrer von Schevenhütte(1977-12 Feb 1989);
Künstler
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